ZUR WEIHE DER SUBSTANZEN

In seinen «Vorträgen über christlich-religiöses Wirken» in GA 343 ist Steiner mehrmals auf die Bedeutung und Handhabung der Substanzen Wasser, Salz, Asche eingegangen. Daraus seien die WEIHE-TEXTE für die Substanzen entnommen:

Das in der Taufe benutze Wasser, das Salz, die Asche, werden nicht extra und vorher geweiht. Ihre Weihe empfangen sie im Taufritual selbst!
Wasser und Weihrauch und Öl finden sich im Sterbekultus, hier sollte man die Substanzen vorher weihen.

Zum Wasser

Nun handelt es sich darum, dass eben versucht wird, in der sakramentalen Form dem Wasser wiederum zu geben, was es im Anfange gehabt hat.
Also man hat reines (destilliertes *) Wasser, nimmt Salz, dieses Salz wird im Wasser sich auflösen, indem man es hineinwirft, dann entwickelt man, indem man Holzmehl ( ** ) nimmt und Weihrauch darüber streut, Rauch, den Rauch behandelt man als dasjenige, was unser Wort aufnimmt, und dieses Wort spricht man zum Wasser dann:





________________________

* ...um alles Fremde herauszunehmen, damit es allein von der Wirkung des Weihe-Wortes geprägt ist. (VDL)
** heutzutage gibt es praktische Räuerkohle etc., siehe z.B. Fa. Schreibmayr: www.schreibmayr.de .
' In dem Wasser lebt die Kraft ewiger Erneuerung.
Mit ihr sei dies Wasser verbunden,
Wie es im Anfang verbunden war.
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des heiligen Geistes. Amen. '
Also das Hineinsprechen in den Raum bedeutet immer etwas wie ein Formen des Wortes in dem Materiellen, so dass man auf diese Weise das Wort heranbringt an dasjenige, das man weihen will. Dann kann man solches Wasser, das nun sakramental seine Anfangskraft erhalten hat, durch Besprengen zum Weihen verwenden. ...





Zur Asche

Die Asche wird in derselben Weise behandelt wie das Wasser.

' In der Asche lebet das Chaos,Aus dem neues Wesen hervorgeholt
werden kann.Ihm sei diese Asche wieder verbunden
Wie sie im Anfang verbunden war.
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des heiligen Geistes. Amen. '



Zum Öl

Nun mache ich darauf aufmerksam, dass das Öl geweiht werden kann, indem man wissen kann, dass das Öl, indem es in einer Substanz wirkt, diese Substanz durchtränkt. Eigentlich gilt das, was ich sage, im Wesentlichen für Planzensubstanzen im Leben. Indem also das Öl die Pflanzensubstanz durchdringt, macht es sie, wie man es nennen könnte, liebegeneigt, so dass alles dasjenige, was man als Weihung mit dem Öl vornimmt, Bezug haben soll auf das Liebe-geneigt-machen.

Das Öl wird in derselben Weise behandelt wie das Wasser.

' Im Öl lebt als ewig die Kraft
Liebe-geneigt zu machen.
Mit ihr sei dieses Öl wieder verbunden,
Wie es im Anfange verbunden war.
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des heiligen Geistes. Amen. '

Rudolf Steiner, 10.10.1921, nachmittags, GA 343, [1993] S.618ff




Hinweise zum Weihrauch

... wie die menschlichen Worte den Rauch ergreifen, wie der Rauch umwebt die Materie, sagen wir, des Wortes, und wie dadurch, dass der mit dem Worte durchsetzte, mit dem Worte tingierte Rauch die Materie des Wortes umwebt, das Wort selber geändert wird, wie tatsächlich eine Verwandlung vorgeht, wie ein Wirkliches, ein Geistig-Wirkliches da ist in dem, was in der äußeren Welt, in der Welt der Phänomene vorgeht. Rudolf Steiner, 3.10.1921 nachmittags, GA 343/15, [1993] S.295

...so schaffen wir im Gegensatz zu dem Inanspruchgenommenwerden durch die Zentralkräfte der Erde das Wiederhinaufsteigen, das Wiedersichanpassen den Peripherien; das aber geschieht im Rauchopfer. Das Gegenteil von 'Drei' also vollziehen wir, indem wir dasjenige, was wir bekommen, indem wir uns der Erde angepasst haben, nun dem den Zentralkräften der Erde entgegenwirkenden Rauch anvertrauen. Rudolf Steiner, 30.9.1921, nachmittags, GA 343/9, [1993] S.177-183

(Der Weihrauch) wird überall da verwendet, wo überhaupt Zeremonien gemacht werden, die eine reale spirituelle Grundlage haben. .. Sie können die Räucherung weglassen. ... Dadurch, dass Sie die Räucherung nur imaginieren, wird sie (die Bestattungshandlung) um einen Grad weniger real sein.

Rudolf Steiner, 21.9.1922, nachmittags, GA 344, [1994] S.243







Einige Hinweise Steiners zur Wirkung
der Substanzen und des Sakramentalen :


Der Sakramentalismus ist kein Symbolismus. Der Sakramentalismus - was ist er? Er besteht darin, dass äußere Vorgänge geschehen. Diese äußeren Vorgänge, die da geschehen, tragen etwas in sich, was nicht aufgeht in dem Chemischen oder Biologischen, was da geschieht, sondern was in sich schließt Orientierungen, Richtungen, die dem Physischen, Biologischen einverleibt werden, und die im Spirituellen, im Geistigen ihren Urstand haben. Man vollzieht sinnliche Prozesse, in die Spirituelles hineinströmt im Sich-Vollziehen. Das geistig Wesenhafte geschieht im Kultus auf sinnenfällige Art.
Rudolf Steiner, 8.9.1924, GA 318, S.17

Wir bevölkern den Astralplan fortwährend mit Wesenheiten, indem wir dies oder jenes tun. Denken wir uns diesen Gedanken klar aus, dann haben wir den Sinn der kirchlichen Zeremonie: nämlich nicht beliebige Dinge vorzunehmen auf dem physischen Plan, sondern solche, die sinnvoll sind, wodurch sinnvolle Wesenheiten auf dem Astralplan entstehen. Wenn man zum Beispiel mit Weihrauch räuchert, macht man etwas Planvolles; man verbrennt bestimmte Stoffe und schafft Wesenheiten von einer bestimmten Sorte. Wenn man ein Schwert nach vier Seiten durch die Luft führt, schafft man ein bestimmtes Wesen. Ebenso der Priester, wenn er bestimmte Handbewegungen macht bei bestimmten Lauten, wie zum Beispiel bei o, i, u, verstärkt durch die Wiederholung: Dominus vobiscum. Der Klang ist regelmäßig angeordnet, die Luft wird in bestimmte Erschütterungen gebracht, die dadurch verstärkt werden, dass man bestimmte Handbewegungen macht, und es wird eine Sylphe hervorgerufen. Auch Zeichen, Griff und Wort der Freimaurer bringen bestimmte Gebilde hervor, die eine Gesetzmäßigkeit in der physischen Welt ausdrücken. Durch planvolles Gebrauchen dieser Worte schafft man ein Band von einem zum andern, man hüllt sich ein in eine astrale Materie, die durch Zeichen, Griff und Wort geschaffen worden ist. Der Mensch tut das alles natürlich auch im gewöhnlichen Leben fortwährend. Aber da tut er es unsystematisch, er schafft sich widersprechende Wesenheiten.
Die Kunst besteht darin, vom physischen Plan auf höhere harmonisch hinaufzuwirken. In den Kultuszeremonien sollen durch bestimmte Handlungen nicht widersprechende, sondern harmonische Wesenheiten erschaffen werden.
Rudolf Steiner, 30.10.1905, GA 93a/27, S.219f

Dieses ist dasjenige, was als Gesinnung der Priester begleiten lassen kann das Sakrament, wo er zurückträgt die geistige Welt, denn die geistige Welt haftet an dem Sakrament durch die Einrichtung des Kultus.
Der Kultus verbindet mit der physischen Substanz das Geistige eben kraft der inneren Einsichten, wie das Geistige zusammenhängt mit der Materie. Physische durchgeistigte Wesenheit wird in den Menschen zurückgeführt und die Beziehung wird in dem Menschen hergestellt, die seinen astralischen Leib innerhalb des physischen Leibes und des Ätherleibes, sein Ich innerhalb des physischen und Ätherleibes mit dem göttlich-geistigen Dasein der Welt verbindet.
Rudolf Steiner, 5.9.1924, GA 318, S.128

Mit den Symbolen, mit dem Sakramentalismus, mit der Kultushandlung wirkt man aber tiefer hinein, bis in den Ätherleib. Das heißt, man beeinflusst direkt die ganze Anlage der Denkrichtung des Menschen.
Rudolf Steiner, GA 167/9, S.209

Dasjenige, was der Priester hier tut, indem er vor der Leiche steht, seinen Kultus verrichtet, das hat sein Ursprungsbild in der anstoßenden übersinnlichen Welt, wo, während wir hier vor dem physischen Leibe und dem eigentlich noch immer anwesenden Ätherleibe den irdischen Kultus verrichten, der
himmlische Kultus verrichtet wird von der anderen Seite, von den Wesenheiten der anderen Seite des Daseins, - wo das Seelisch-Geistige empfangen wird mit dem Empfangs-Kultus, wie wir hier mit dem Abschieds-Kultus vor der Leiche stehen. Nur dann ist ein Kultus eine Wahrheit, wenn er diesen realen Ursprung hat. Und so sehen Sie, wie in das irdische Leben das überirdische Leben hereinspielt, das überirdische Leben überall da ist. Verrichten wir einen wahren Totenkult, so korrespondiert diesem Totenkult die übersinnliche Handlungsweise. Das wirkt zusammen. Und ist Andacht, Wahrheit, Würdigkeit in dem Totengebet, so klingen in dem Totengebet die Gebete der Wesenheiten der höheren Hierarchien in der übersinnlichen Welt mit. Sie vibrieren mit. Da spielt geistige Welt und physische Welt zusammen.
Rudolf Steiner, 27.6.1924, GA 236/19, S.362

Die geistig-elementaren Wesenheiten .. brauchen diese Kultushandlung, denn aus ihr ziehen sie ihre Nahrung, ihre Wachstumskräfte.
Rudolf Steiner, 29.9.1922, GA 216/6/S.97