ARBEITSMATERIAL
ZUR KULTUS-FRAGE

BEILAGE

zum Kultushandbuch «Die Sakramente...»



ANREGUNGEN

für Bearbeitungen einer

Erwachsenen-Taufe

Erinnerungs-Trauung
( Silberne/Goldene Hochzeit )

Gründonnerstags-Einschiebung
(Liebe-Mahl) für die

Opferfeier





Drei König 2008

Förderkreis
Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft

Initiative für ein freies christliches,
anthroposophisch sakramentales Handeln













Nehmen Sie auch so etwas
als einen Anfang hin,
und wissen Sie, dass da, wo man in ehrlicher Weise
einen solchen Anfang will,
sich schon auch die Kräfte finden werden
zur Verbesserung desjenigen, was in einem solchen Anfange gegeben werden kann. ...
Es wird Ihnen aber gerade an diesem Beispiel
klar sein können, wie überall eben
aus dem Lebendigen heraus
das Kultusartige gesucht werden muss
. ...
Etwas Prinzipielles kann es im Leben der Welt
überhaupt nicht geben, sondern
es kann nur das sich in Leben Wandelnde geben.

Rudolf Steiner, GA 269, S.37

Eine kultische Arbeit in der anthroposophischen Bewegung
muss ... gewissermassen eine Fortsetzung dessen (sein),
was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war...

Rudolf Steiner, GA 269, S. 133












Entwürfe für eine Bearbeitung


Alle Seitenangaben
beziehen sich auf das Kultushandbuch, Ausgabe A6, Pfingsten 2008


Die Fragen
zur Taufe sind vielfältig, gerade wenn es um die Erwachsenen-Taufe und vor allem um entsprechende Kultustexte geht.
Sie sollen hier nicht wiederholt werden. Sie finden die Fragen im Kultushandbuch und vor allem im Informationsbuch angerissen!

Weil die Problematik Kinder- oder Erwachsenen-Taufe
immer wieder auftaucht und die Frage nach Erarbeitungen eines entsprechenden Textes an uns / mich gestellt wird, sollen hier erste Bearbeitungen beigelegt werden.
Das betrifft auch die Frage nach einem entsprechenden Text für die Erinnerungs-Trauung (die silberne, u.s.w. -Hochzeit).
Auch tritt immer wieder das Bedürfnis auf, das Gründonnerstagsgeschehen (als eine Einschaltung) in die Opferfeier hereinzunehmen.
Diese Ausarbeitungen sind im Kultushandbuch deshalb nicht eingefügt, weil es dort um die originalen Fassungen Rudolf Steiners geht.

Diese Texte sind Versuche, den praktischen und spirituellen Forderungen
des Lebens, den Nachfragen entgegenzukommen,
ohne dabei die von Rudolf Steiner verfassten Texte
sonderlich zu verändern!
Sie können und wollen nur Anregungen, Skizzen, Ausgangspunkt sein, für Ihr eigenes Weiterarbeiten und Anpassen an das was jeweils die aktuelle und individuelle Forderung, was wahrhaftig, demütig, möglich ist!
Hier kann es keine Vorgaben geben, sondern nur ein Einfügen in Seine Liebe eines lebendig individuellen Karma-Wirkens.
Bitte tasten Sie ab, was speziell in Ihrem Falle not-wendig ist.
Das kann auch etwas ganz anderes sein!!

Gerne hören wir von Ihnen, wenn Sie sich dieser Aufgabe gestellt haben,
aber auch, wenn Sie uns zu Rate ziehen,
bzw. diese Sakramente mit uns gestalten, durchführen, erhalten wollen.









Zur Erwachsenen-Taufe

Ausgangspunkt Kinder-Taufe

Bitte vergleichen Sie die geringfügigen Unterschiede mit dem originalen Text Steiners für die Kinder-Taufe, hier im Kultushandbuch S. 51ff, folgend kursiv gesetzt.



Zu euch Weltengeister
Wende sich
mein Wollen, mein Fühlen und mein Denken :

Durch die Kraft des alldurchdringenden Wassers,
Durch die Macht des allerhaltenden Salzes,
Durch das Gewicht der allerneuernden Asche -

Dass ich führe diese Seele
in die Gemeinschaft des Christus Jesus.

Liebe Taufgemeinschaft :
Diese Seele, die zu uns gesandt
( Aus der Geist- in die Erdengemeinschaft, )
Wir sollen sie empfangen und tragen
in der Gemeinschaft des Christus Jesus.

Sie stammet dem Leibe nach
aus göttlicher Weltenkraft;
Sie stammet der Seele nach
aus göttlichem Wirkensworte;
Sie soll der Geistessphäre leben
aus göttlichem Geistesziel.

(Paten stehen auf)

Als die Wächter bestellen sich,
aus des Herzens Opferkraft: Name / Name

(Man gibt den Paten bei der Namensnennung die Hand.)

Begleitet
diese Seele
in der Gemeinschaft des Christus Jesus.

Das soll euch sagen in diesem Feieraugenblicke
Eures Herzens Opferkraft.

(Paten setzen sich)

Wenn gewollt: (Täufling steht auf)

Hinaufschauend zu der Geisteswelten Lichtgewalten,
Mich erfühlend mit der Kraft der Christgemeinschaft,
Nenne ich dich Name

(Täufling setzt sich)

kurze Musikstelle (Täufling stehtwieder auf)

Ich taufe Dich, im Namen
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes!
(Der Täufling:) Ja, so sei es !

Dies sei nicht gemeines Wasser,
Es sei des Geistes alldurchdringende Kraft.
Sei gesegnet Name Wasser - Dreieck - Stirn
mit dem Wasser alldurchdringenden Weltengebärens.

Dies sei nicht gemeines Salz,
Es sei der Seele allbewahrende Macht.
Sei gesegnet Name Salz - Viereck - Kinn
mit dem Salz allbewahrender Weltenmächte.

Dies sei nicht gemeine Asche,
Sie sei des Menschen allerneuerndes Ziel.
Sei gesegnet Name Asche - Kreuz - Herz
mit der Asche allerneuernder Weltenziele.

So lebe in der Gemeinschaft des Christus Jesus :

Durch des Wassers Gebärungskraft,
Durch des Salzes Erhaltungsmacht,
Durch der Asche Erneuerungskraft;

In des Vaters Weltensubstanz, Kreuzzeichen über den Täufling
In des Christus Wortestrom, Kreuzzeichen über den Täufling
In des Geistes Lichtesglanz. Kreuzzeichen über den Täufling

(Täufling setzt sich)

Ich habe vor und mit euren denkenden Geistern,
vor und mit euren fühlenden Seelen,
vor und mit eurem Menschenwollen,
diesen Name geleitet
In die Gemeinschaft des Christus Jesus.

Begleitet diese Seele, auf dass sie sei, wachse, werde
in der Christgemeinschaft.

Vater unser ...

Sonnenkreuz

Amen!






Diese Anpassung wird momentan in Anspruch genommen
und wird für die Praxis die sinnvollste sein,

da die Anknüpfung an die Weihe wahrscheinlich noch zu anspruchsvoll ist,
wenn nicht auch eine einführende, begleitende, verbindliche Gemeinschaft zur Verfügung steht...

Weil aber Fragen danach bestehen und vorgearbeitet werden muss,
finden Sie folgend Versuche...





Es sei auch nochmals auf die "Taufe an Geyer" hingewiesen,
auch diese bedarf der Bearbeitung.
______________________________________________

ENTWURF zur weiteren, eigenen Er- und Bearbeitung ! FCAG - 12/2007

Zugrunde gelegt ist hier die Fassung Rudolf Steiners, 1921 an Wilhelm Ruhtenberg.
Siehe diese u.a.: GA 343 (1993), 5.10.1921, vormittags, S.373-377.
Siehe hier im Kultushandbuch: S.49ff.











Zur Erinnerungs-Trauung


Bitte vergleichen Sie die geringfügigen Unterschiede mit dem Text
der Erst-Trauung im Kultushandbuch S. 225ff, folgend kursiv gesetzt.



Im Namen dessen,
Der Erdenwirken
Zu Geisteswirken
In eigner Opfertat
Wandelte,
Stehe ich vor euch,
Vor dir Name Mann, vor dir Name Frau

Und vor euch allen,
Die ihr Zeugen sein wollet,
Dass Name Mann und Name Frau
bekräftigen wollen ihren heiligen Ehebund.

Und so frage ich dich
Name Mann :
Gedenkst du in jene Entschlüsse,
Mit denen du in der Geistwelt wandelst,
Weiterhin aufzunehmen
Des Lebens Gemeinsamkeit
Mit Name Frau ?
(Antwort:) Ja.


Und so frage ich dich
Name Frau :
Gedenkst du in jene Entschlüsse,
Mit denen du in der Geistwelt wandelst,
Weiterhin aufzunehmen

Des Lebens Gemeinsamkeit
Mit Name Mann ?
(Antwort:) Ja.



(Zu den Trauzeugen : )

Nachdem Vor- und bisheriger Nachname Mann
und Vor- und bisheriger Nachname Frau *
Durch ihres Wortes Kraft
Bestärkt haben
Ihres Lebens Gemeinschaft,

Wendet sich zu euch (direkt zu den Trauzeugen:)
Meiner Seele mahnendes Wort:

Eure Augen haben gesehen
Eure Ohren haben gehört,
Dass (weiter) verbunden sind
Dieses Mannes Geisteswille
Mit dieser Frau Seelengeist
Zur Lebens-Gemeinsamkeit.

Nie darf aus euren Herzen schwinden,
Nie darf aus eurer Seele sich verlieren
Bewusstsein dessen,


Was ihr gesehen, was ihr gehört.
Nie darf aus eurem helfenden Willen
Sich hinwegstehlen
Lebendiger Beistand,
Den ihr damit gelobet
Dem Leben derer,
Die jetzt vor euren Augen
Bekräftigen
Ihre Lebens-Gemeinsamkeit.



(Der Handlungshaltende nimmt die Ringe und steckt sie den Brautleuten an,
bzw. reicht sie den Brautleuten, die sie sich anstecken. Alles geschieht vor dem Bilde Christi.)

Es rundet der Ring
Die Ecken des Lebens.
Es fasset der Ring
Das Weben des Seins.
Im Ringe lebet,
Was aus dem Einzelnen
Sich schließet zum Ganzen.

Nimm hin

(Der Ring - mit dem Namen des Mannes - wird der Frau angesteckt. )

Den Ring
Des Kräfteschließens,
Des Herzenbindens.


Nimm hin

(Der Ring - mit dem Namen der Frau - wird dem Mann angesteckt.)

Den Ring
Des Kräfteschließens,
Des Herzenbindens.



(Es werden die zwei Stäbe mit einem roten Band zu einem Kreuz verknotet.
Der Handlungshaltende hält dieses Kreuz den zu Trauenden vor.)

Es leuchtet Geistgebund'nes
In Seelenreichen
Zu des Lebens Gemeinsamkeit.
Es schaut eines Gottes Geist
Auf die Stärkung
Des Einenden.



(Hier ggf. die emanzipatorische Formel, siehe Trauung Kultushandbuch)

Du, Name Mann
Leuchte ihr Name Frau
Voran mit dem Lichte,
Das der Wieder-Erstandene

(Der Handlungshaltende weist nach dem Bilde Christi.)

In deinem Geiste leuchten lässt.
Du, Name Frau
Folge ihm Name Mann


In dem Lichte,
Das der Wieder-Erstandene

(Der Handlungshaltende weist nach dem Bilde Christi.)

In deiner Seele leuchten lässt.



(ANSPRACHE für das Brautpaar :)
. . .
Ja, so sei es.



Unter Christi Augen,
In Geistes Webe-Welten
Hat gesegnet
Des Wortes Kraft
Die Lebens-Gemeinsamkeit;
Wir alle
Wollen bewahren
Die Siegelkraft
Des Wortes,
Das gesegnet hat
Was Seelen wollen
In Wesenseinigkeit.

Über dem Schicksal
Von Name Mann und Name Frau


Walte Gottes segnende Macht,
Wirke Christi helfende Kraft,
Leuchte Geistes strahlendes Licht.

Aus Gottes Welten
Kamen eure Seelen;
Sie fanden sich
Im Erdensein.
Geisteslicht
Leuchte
Ihrem Erdendenken,
Seelenwärme
Strahle
Ihrem Erdenfühlen,
Herzensinnigkeit
Krafte
Ihrem Erdenwollen
Zu ihrem Lebensglücke,
Zu der ganzen Menschheit
Heil und Glücke.

(Segnung)

Ja, so sei es.
Vaterunser ...





Hierzu ist anzumerken, dass andere Rhythmen als der 5er- oder 10er-
sinnvoller sein können, z.B. der 7er- ...









_______________________________________________

ENTWURF zur weiteren, eigenen Er- und Bearbeitung ! FCAG - 12/2007

Zugrunde gelegt ist hier die Fassung Rudolf Steiners, 1922 an Wilhelm Ruhtenberg.
Siehe diese u.a.: GA 345 (1994), S. 146-157
Siehe im Kultushandbuch S. 225.














«Eine kultische Arbeit
in der anthroposophischen Bewegung
muss aus dem selben geistigen Strom hervorgehen
wie die Schulhandlungen,
gewissermassen eine Fortsetzung dessen,
was in Form und Inhalt
in der Opferfeier gegeben war...».

Rudolf Steiner, GA 269, S. 133.



«Es wäre unrichtig zu meinen,
in der Opferfeier gäbe es keine Substanzen.
Sie sind da in Gestalt des Leibes und des Blutes des Menschen...»

Maria Lehrs-Röschl, GA 269, S. 126



«Und die soziale Tätigkeit wird eine Opferweihehandlung,
sie setzt das fort, was die alte Kultushandlung war.»

Rudolf Steiner, 18.11.22, GA 218Siehe hier S. 136-137 !








Gründonnerstags-Einschiebung
(Abendmahl - Brot und Wein) für die

Opferfeier

Skizzen - "Direkte" Wandlung UND Liebe-Mahl



Immer wieder wird zur Passionszeit die Frage gestellt,
ob nicht der Gründonnerstag auch in der Opferfeier besonders berücksichtigt werden könnte, durch eine entsprechende liturgische Einschiebung.
Man möchte - wenigstens an diesem Tag - der Einsetzung des Liebes-Mahles gedenken und dieses auch kultisch vollziehen.

Das birgt ein grundsätzliches Problem in sich: dass dann nämlich der Abendmahlsakt im traditionellen Sinne aufgefasst und Brot und Wein als eigentlicher Wandlungsakt angesehen wird.
Das ist ja in der Opferfeier nicht der Fall :

Die Opferfeier ist fortgeschritten von der "indirekten" zur "direkten" Wandlung und Kommunion.
In der traditionellen Messeform werden - außerhalb des Menschenleibes - zuerst die Substanzen Brot und Wein gewandelt, die dann - in einem zweiten Schritt = "indirekt" - in der Kommunion aufgenommen werden und in uns unseren Leib, unser Blut wandeln.
In der Opferfeier (siehe den Text dort) aber ergreift und wandelt ER nun gleich "direkt" unseren Leib, unser Blut (als höchste Form aller Erdensubstanz).
Seitdem ER selbst sich in Leib und Blut eines Menschenleibes inkarnierte
und diesen dadurch transsubstantiierte, brauchen wir nicht mehr unbedingt den alten, "indirekten" Weg der Konsekration über Brot und Wein als Vermittler.
Ostern ermöglichte ein kultushistorisch neues Transsubstantiations-Niveau,
in die sich Rudolf Steiner mit der Opferfeier einreihte
(die aber auch nur "Zwischenstation" ist, denn der Weg geht weiter zum Erkenntnis-Kultus, zur «Anthroposophie als Gottesdienst», zur Sakramentalisierung des ganzen Lebens, zum allgegenwärtigen Christus...).

Welche Aufgabe hätte denn dann "Brot und Wein" in einer Opferfeier ?

Wenn wir - als einen Einschub zum Einsetzungsgedenken des Gründonnerstags, des Abendmahls - Brot und Wein in der Opferfeier hinzunehmen,
dann also nicht um damit die Transsubstantiation unseres Leibes und Blutes
zu erreichen (und wieder zurückzukehren zur "indirekten" Messe),
sondern als ein Handlungsakt in der der Liebe- und Gemeinschaftsaspekt
des Mahles ganz besonders hervorgehoben wird und seine Wirkung entfaltet,
als ein zusätzliches Bewusstwerden und noch gesteigertes Ergreifen des Stiftungsaktes am Gründonnerstag: Seines Liebe-Auftrages, Seines Neuen Bundes der alles durchdringenden, verwandelnden Liebe.

Das heißt nicht, dass nicht auch hier eine Wandlung von Brot und Wein stattfindet, aber diese ist hier nicht die erforderliche und relevante.
Fortwährend durchdringt, verlebendigt, transsubstantiiert ER seit Golgatha Seine/alle Erden-Sustanz, als nun Seinen Leib, und damit auch "Brot und Wein".
Die "Transsubstantiation" aller Natur ist Sein permanenter Gnade- / Liebeakt.
Eine "extra" Wandlung von Brot und Wein - als traditionelle Stellvertreter der Erdensubstanzen - ist von daher nicht nötig, sondern "lediglich" zusätzlicher Konzentrationspunkt auf Seine universale Anwesenheit.
Nun und hier konzentrieren wir uns direkt auf die Wandlungstatsache Seiner LIEBE und nur sekundär auf die Transportmittel "Brot und Wein".
Wir gehen damit einen Schritt weiter: von der Wandlung der Natur zur Wandlung des JCh im DU: Denn «ER ist die Liebe und wer in der Liebe ist, ist in Gott und Gott in ihm.» So soll werden in uns «das wesenschaffende Liebefeuer, das walte von Mensch zu Gott, das walte von Mensch zu Mensch.»
So ist Gottesdienst ein Liebes-Dienst, und Gründonnerstag, das Abendmahl vor allem ein Liebe-Auftrag, der die ganze Welt wandeln will.
Mit diesem Verständnis folgen wir Ihm, denn: «Einen neuen Auftrag gebe Ich Euch: Liebet einander, so wie Ich Euch geliebt habe.» : JCh bin Du!

Wenn wir Seiner Hingabe am Gründonnerstag-Abendmahl besonders gedenken wollen, können wir dieses Gemeinschaftsgeschenk in dieser Weise fokussieren, dann könnte sogar jeder Tag ein Gründonnerstag werden...
«Sehet, JCh bin bei Euch alle Tage...»

Bitte vergleichen Sie die geringfügigen Unterschiede mit dem originalen Text Steiners, hier im Kultushandbuch S. 117 ff.



Zur Praxis:



Die Opferfeier wird gehalten wie gehabt,
nur mit kleinen Änderungen im Wandlungs- und Kommunionsteil !

Zur Form: Man sitzt / steht im Halbkreis / Kreis / Oval mit etwas Abstand um einen Tisch. Rote Tischdecke (für den Sieg über den Leibes-Tod an Ostern). Auf dem Tisch: große weiße Kerze für IHN, um diese zwölf kleine (rote) Kerzen für die Jünger. Auf der Seite der Handlungshaltenden:
Krug & Kelch (Traubensaft), geschnittenes Brot/Hostien auf einer Schale; beides mit Tüchern zugedeckt, bzw. die Schale auf dem Kelch.


Zum Text:

( Änderungen folgend in GROSSBUCHSTABEN )

EVANGELIUM

À ÜBER DAS ABENDMAHL

OPFERUNG
wie gehabt !

WANDLUNG
Text bleibt gleich, nur ein Einschub einer Handlung.
(Siehe Kultushandbuch = vor dem Text S. 126.)

DER IN DER MITTE HANDELNDE TRITT
( bzw. steht dort bereits )
VOR DEN KELCH UND DIE BROTPATENE,
NIMMT GGF. DIE TÜCHER DAVON WEG UND
ZIEHT DREIMAL EIN GRÖSSERES (SONNEN-)KREUZ ÜBER DIESE.

und spricht dann wie gehabt :

Er hat sich geeint,
Bevor Er hinging
Zum Menschentode,
Mit den Seinen.
...

... Text wie üblich bis ...

Christus walte
Heil-tragend
In unserer Seele,
Kraft spendend
In unserem Geiste.

ER GEHT GGF. WIEDER IN DEN KREIS ZURÜCK.

Dann weiter wie üblich bis zum KOMMUNIONsakt:

Christus, wir empfangen Dich:
Zur Gesundung unsres Leibes,
Zur Gesundung unsrer Seele,
Zur Gesundung unsres Geistes. 4)

Der links Handelnde spricht, zum Opfertisch hin:

Ja, so sei es.



Dann:




ALLE DREI HANDLUNGSHALTENDE
TRETEN AN DEN ALTAR / TISCH ( bzw. stehen dort bereits ).

DER IN DER MITTE HANDELNDE NIMMT DIE PATENE MIT DEM BROT,
HEBT SIE HOCH UND SPRICHT:

ER SPRACH:
NEHMET HIN; DIES IST MEIN LEIB,
DER FÜR EUCH GEGEBEN WIRD;
TUT DIES ZU MEINEM GEDÄCHTNIS ! 1)


DANN NIMMT ER DEN KELCH, HEBT IHN HOCH UND SPRICHT:


ER SPRACH:
NEHMET HIN; DIES IST MEIN BLUT,
DAS FÜR EUCH VERGOSSEN WIRD;
DER NEUE BUND ! 1)


Der Kelch wird wieder abgesetzt.

UND ER SPRACH:
EINEN NEUEN AUFTRAG GEBE ICH EUCH:
LIEBET EINANDER,

SO WIE JCH EUCH LIEBE;

SO BIN JCH IN EUCH, IHR IN MIR ! 2)


Zur Kommunion stehen die dazu bereiten Teilnehmer auf.


DER RECHTS HANDELNDE NIMMT DAS BROT
UND REICHT ES DEM KOMMUNIKANTEN UND SPRICHT:

DER LEIB CHRISTI ! 3)

IHM FOLGT AUF DEM FUSS DER LINKS HANDELNDE
UND REICHT DEM KOMMUNIKANTEN DEN KELCH UND SPRICHT:

DAS BLUT CHRISTI ! 3)


5) Dann folgt der IN DER MITTE Handelnde und berührt dem Kommunikanten
- wie üblich - mit folgenden Worten die Stirn mit Zeige- und Mittelfinger:

Christi Geist lebe in dir.



- weiter wie üblich -




_____________________________________

Wenn Sie die Opferfeier in der KREISFORM (s.S. 138) vollziehen wollen,
könnten Brot, Kelch und Segen im Kreis wandern,
d.h. ein jeder empfängt die Gaben und Worte vom Nachbarn,
z.B. von rechts und gibt sie weiter an den Nachbarn links.Es würde unvergorener Wein = (roter) Traubensaft genommen.
Die Reste von Brot und Wein werden nach der Handlung vom Handelnde verspeist.

1) ( u.a. Luk.22,19-20 )
Neben dem Wachrufen Seiner Wandlungstat
dient der erste Einschub vor allem der Erinnerung der Tatsache Seiner allgegenwärtigen Hingabe
und Seines Auftrages dem zu gedenken und Seines Bundes mit uns.
2) ( u.a. Joh.13,34 u. 15,9ff )
«Ihr aber seid der Leib Christi und jeder einzelne ist ein Glied an ihm.» ( 1.Kor.12,27 )
«Wer in der Liebe ist, der ist in Gott und Gott in ihm!»
Der zweite Einschub, der Liebe-Auftrag ist die Folge dessen und zeichnet den Weg IHN zu finden:
als eine liebende Christen-Gemeinschaft, als der «Corpus Mysticum».
3) Der dritte Einschub weist auf die Realpräsenz Christi ( eben auch - wie überall) in Brot und Wein.
4) Ggf. könnte dieser Absatz auch nach Brot und Wein stehen à 5)

WIE Sie dieses Geschehen ins Sichtbare, Hörbare bringen, textlich ERfassen,
müssen letztlich Sie, muss die handelnde Gemeinschaft erlauschen, um das Not-wendige abzutasten.

ENTWURF zur weiteren, eigenen Er- und Bearbeitung ! FCAG - Stand: Drei König 2008



Selbstverständlich muss diese ANREGUNG
auf Ihre Möglichkeiten und Bedürfnisse maßgeschneidert werden!
Es ist ein Versuch, im Bemühen um eine «Fortsetzung» der Opferfeier,
auf Fragen aus der Gegenwart zu antworten
mit der Absicht, sich möglichst eng an Rudolf Steiners Werk,
Worte und Form zu halten.

Dieser Einschub sollte aber nur mit einem vorbereiteten Kreis vorgenommen werden, weil die Integration der "indirekten" Sakramentalien Brot und Wein
in die "direkte" Opferfeier sofort Missverständnisse aufruft und leicht als Rückschritt verstanden wird.

Auch wenn Brot und Wein aufgrund Seines unaufhörlichen Wandlungswirkens auch - und besonders hier - ihre Wandlung erfahren,
so bleibt doch die für die Opferfeier relevante Wandlung die "direkte".

Fragen Sie nach,
wenn Sie unsere/die aktuelle Bearbeitung erhalten möchten.
(Der Stand der Bearbeitung findet sich jeweils am Ende der Texte.)
Gerne hören wir von Ihnen,
wenn auch Sie in dieser Weise versuchen IHM eine Schale zu bilden.
Und immer und auch, wenn Sie hierzu Anregungen, bzw. Erfahrungen haben,
die wir gerne in unserem Suchen einbeziehen wollen.