DAS SAKRAMENT DER
LEBENSSCHAU

- BEICHTE -



(Nach einem zuhörenden Gespräch - "Einschlafen in den Anderen" -
können die folgenden Worte einen sakramentalen Abschluss bilden:)


Lerne,
deine Gedanken
dem Göttlichen opfern.
Und deinen Willen
durch Gottes Gnade empfangen.

Dann wird deine Seele Frieden fühlen;

du wirst Gottesoffenbarung
liebend bewundern
und den Menschen
liebevoll dich erweisen.
Liebe zu Gott
wird in dein ganzes Wesen,
Liebe zu den Menschen
in dein Herz einziehen.











Hinweise auf ein neues Verständnis

Es werden, meine lieben Freunde, diejenigen, welche sich im echten Geiste die durchchristete Geisteswissenschaft aneignen - nicht bloß in einem äußeren Sinne, sondern im echten Geiste - ganz gewiss auch ihre eigenen Beichtväter sein können. Ganz gewiss werden sie durch die Geisteswissenschaft den Christus immer mehr und mehr so intim kennen lernen, so intim sich mit ihm verbunden fühlen, dass sie unmittelbar seine geistige Gegenwart empfinden. Und sie werden, indem sie sich neuerdings ihm angeloben als dem kosmischen Prinzip, ihm im Geiste die Beichte verrichten und in ihrer stillen Meditation die Sündenvergebung von ihm erlangen können. ... Gleich wie derjenige, der dadurch, dass er den Geiste des Mysteriums von Golgatha, den Christus, in seinem Innern so tief ergriffen zu haben glaubt, dass er unmittelbar, man möchte sagen, Zwiesprache mit diesem Christus pflegen kann - mit Verständnis hinblicken muss auf die, welche die positiven Satzungen eines Bekenntnisses brauchen, welche den Christusdiener brauchen, der ihnen immer wieder und immer wiederum Trost mit den Worten gibt 'Deine Sünden sind dir vergeben', so sollten auf der anderen Seite tolerant sein diejenigen, welche sehen, dass Menschen da sind, die schon mit sich selber fertig werden. Das mag alles ein Ideal sein im Erdendasein, aber wenigstens der Anthroposoph darf zu einem solchen Ideal aufblicken.
Rudolf Steiner «Christus und die menschliche Seele», 16.7.1914





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Original Rudolf Steiner.

Siehe Text u.a. auch:

GA 344 (1994), 20.9.1922, vormittags, S.188.


* Original Steiner = ohne Bekreuzigung.

Das Ritual kann je nach Notwendigkeit entsprechend ergänzt werden
(z.B. durch das Vaterunser).

Ggf. Beginn und Schluss: Bekreuzigung (FcAG*) :

Der Vatergott sei in uns,
Der Sohnesgott schaffe in uns,
Der Geistgott erleuchte uns.





Siehe zur Thematik:

Dieter Brüll, «Bausteine für einen sozialen Sakramentalismus»,
Kap. 3.3. «Das Sakrament der Beichte»

Sergej O. Prokofieff, «Die okkulte Bedeutung des Verzeihens»,
Verlag Freies Geistesleben, ISBN 3-7725-1126-0