DAS SAKRAMENT DER
TAUFE

Ein Empfangskultus




Vor dem Handlungshaltenden stehen auf einem Tischchen, mit blauem Tischtuch
und darauf rotem Deckchen, drei Gefäße [zu einem Dreieck angeordnet,
dessen Spitze zu den Eltern hinweist - siehe Zeichnung Anmerkungen] :
links SALZ, rechts ASCHE, Spitze WASSER.
Dem Handlungshaltenden gegenüber, auf der anderen Seite des Tischchens,
sitzen die Eltern und Paten mit dem Täufling.)

(Anmerkungen aus der aktuellen Erarbeitung und Praxis der FCAG.)




(Man spricht zunächst, wie im inneren Monolog, das folgende Gebet:)

Zu euch Weltengeister

Wende sich mein Wollen,
Mein Fühlen und mein Denken -

Durch die Kraft des
Alldurchdringenden Wassers,
Durch die Macht des
Allerhaltenden Salzes,
Durch das Gewicht der
Allerneuernden Asche -

Dass ich führe
Diese Seele
in die Gemeinde *
des Christus Jesus.

(Nun wendet sich der Handlungshaltende an die Anwesenden:)

Meine liebe Taufgemeinde ** :
Diese Seele, die herabgesandt
Aus der Geist- in die Erdengemeinschaft,
Wir sollen sie empfangen
Und tragen
in die Gemeinde *
des Christus Jesus.

Sie stammet dem Leibe nach
Aus göttlicher Weltenkraft;
Sie stammet der Seele nach
Aus göttlichem Wirkensworte;
Sie soll der Geistessphäre leben
Aus göttlichem Geistesziel.


Als die Wächter
bestellen sich, aus des Herzens Opferkraft:

(Die Namen der Paten werden genannt und dabei der/ dem jeweiligen
die Hand gegeben.)

Vorname, Nachname / Vorname, Nachname ,


(Der Handlungshaltende spricht danach weiter zu den Paten:)

Dass ihr führet diese Seele
in der Gemeinde *
des Christus Jesus.
Das soll euch sagen in diesem Feieraugenblicke
Eures Herzens Opferkraft.

(Nun tritt der Handlungshaltende vor das Kind und spricht:)

Hinaufschauend zu der Geisteswelten
Lichtgewalten,
Mich erfühlend mit der Kraft der
Christgemeinschaft,
Nenne ich dich Vorname


. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Hier ggf. wie folgt A. , oder B. =

Einfügung der biblischen Taufformel
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .



(Der Handlungshaltende benetzt nun Zeigefinger und Mittelfinger
mit dem Wasser und spricht:)

Dies sei nicht gemeines Wasser,
Es sei des Geistes alldurchdringende Kraft.
Ich taufe dich Vorname A. 1 )

(Mit dem Wasser wird ein Dreieck auf die Stirn gezeichnet.)

mit dem Wasser
alldurchdringenden Weltengebärens.


(Der Handlungshaltende taucht noch einmal die beiden Finger in das Wasser, dann in das Salz und spricht:)

Dies sei nicht gemeines Salz,
Es sei der Seele allbewahrende Macht.
Ich taufe dich Vorname A. 2 )

(Mit dem Salz wird ein Viereck auf das Kinn gezeichnet.)

mit dem Salz
allbewahrender Weltenmächte.


(Der Handlungshaltende benetzt die beiden Finger wieder mit Wasser
und taucht sie dann in die Asche und spricht:)

Dies sei nicht gemeine Asche,
Sie sei des Menschen allerneuerndes Ziel.
Ich taufe dich Vorname A. 3 )

(Mit der Asche wird ein Kreuz auf die Herzgegend gezeichnet.)

mit der Asche
allerneuernder Weltenziele.


_________________________

A. 1 im Namen des Vaters
A. 2 im Namen des Sohnes
A. 3 im Namen des Hl. Geistes
__________________________



So lebe
in der Gemeinde *
des Christus Jesus Vorname ;

Durch des Wassers Gebärungskraft,
Durch des Salzes Erhaltungsmacht,
Durch der Asche Erneuerungskraft;

In des Vaters Weltensubstanz,
(Kreuzzeichen über das Kind)

In des Christus Wortestrom,
(Kreuzzeichen über das Kind)

In des Geistes Lichtesglanz.
(Kreuzzeichen über das Kind)



(Nun spricht der Handlungshaltende zur Taufversammlung:)

Ich habe vor und mit
euren denkenden Geistern,
vor und mit
euren fühlenden Seelen,
vor und mit
eurem Menschenwollen,
diese/n Vorname Nachname

geleitet
aus Geistes-Lichtes-Welten
In die Gemeinschaft des Christus Jesus.

Leitet diese Seele, auf dass sie
sei,
wachse,
werde
in der Christgemeinschaft.
Amen.


Vater unser,
der Du bist in den Himmeln,
Geheiligt werde Dein Name,
Dein Reich komme,
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
Und vergib uns unsere Schulden,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern,
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn Dein
ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
- in Ewigkeit.

Amen!












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Original Rudolf Steiner,

1921 an Wilhelm Ruhtenberg in Stuttgart.

Einfügungsvorschläge * :
Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, Stand 2007.

Handlungsanweisungen sinngemäß R. Steiners und gemäß der aktuellen Praxis:
FCAG / CG.

____________________________

* Gemeinschaft
** Taufgemeinschaft


Siehe Text u.a. auch:
GA 343 (1993), 5.10.1921, vormittags, S. 375-379.

Siehe auch Kap. «Angaben zu den Sakramenten»
und «Zur Bearbeitung / Herausgabe der Texte Rudolf Steiners» am Ende des Buches.

Es wird reine Holzasche, reines Salz und reines, destilliertes Wasser genommen.

Diese Taufe ist ausdrücklich als eine Kindertaufe (für Neugeborene)
zum Anfang des Lebens gedacht. (Rudolf Steiner, GA 343 [1993], S.372).




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Der biblische Taufauftrag

Und Jesus trat zu ihnen und sprach:
Mir ist alle Gewalt übergeben im Himmel und auf der Erde.
Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker
und taufet sie
im Namen des Vaters und des Sohnes
und des heiligen Geistes.
(Matt. 28,18-19)


Einfügungsvorschläge:

A. ) : Im Taufakt wird zu den entsprechenden Substanzen
auch die damit angesprochene Trinität genannt, siehe A. im Text.

oder B. ) : Die Taufformel wird zusammenhängend
vor dem Teil der Anwendung der Substanzen vollzogen:

Ich taufe dich Vorname :

Im Namen des Vaters *
Und des Sohnes *
Und des Heiligen Geistes. *

( * Dabei gieße man ggf. dem Täufling etwas Wasser über das Haupt.)

( * Ggf. mit Kreuzzeichen [= dreimal, oder Sonnenkreuz: senkrecht, waagrecht, Kreis] )



Durch die wortwörtliche Hinzunahme dieses "Taufbefehls" und des Wasserübergießens
muss diese Taufe von allen Kirchen als christliche Taufe,
der Täufling als getauft und «Christ» anerkannt werden.

FCAG, VDL







Aus den Weiten des Himmels
kommende Menschenseele,
die du deinen Fuß
auf eine aus ihren Tiefen Wärme strahlende
und auf ihrer Oberfläche von Wind und Wasser
umtoste Erde setzest,
um dich in einem warmen, festen und flüssigen Leib
zu verkörpern,
hier das Rätsel des Daseins zu empfinden
und die erhabene Gottheit zu suchen und zu begreifen
- du betrittst den Schauplatz
von Wasser, Salz und Asche,
von strömender, formgebender und auflösender Bildekraft.
Eingetaucht und getauft wirst du,
ob du es weißt oder nicht,
in das dreifaltige Urgesetz dieses Gottessterns.
Nun lebe, erfahre das Schicksal der Erde
und wende dich
in deinem Dasein, deinem Wachsen und Werden
in Ehrfurcht zu Gott
dem Vater, dem Sohne und dem Heiligen Geiste.

Kurt von Wistinghausen









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Weitere Tauf-Texte

Die Taufe an Ruhtenberg ist zwar diejenige die sich durchsetzte, doch gibt es von Rudolf Steiner eine weitere, wahrscheinlich fragmentarische, mehr rosenkreuzerisch tendierte Formulierung für eine Taufe, die er im August 1920 dem Anthroposophen und freien christlichen Religionslehrer JOHANNES GEYER übergab.

Weil ihr aber die - in der Regel gewünschten - Teile der Namensgebung und der Patenschaft und ebenso die biblische Taufformel fehlen, findet diese Taufe seltenst Zuspruch.

Näheres über diese Taufe ist leider nicht mehr bekannt.
Weil es sich hier um einen "freien" Sakramentstext Rudolf Steiners handelt und zum Vergleich und als Hinweis, dass doch immer mehrere Gesichtspunkte und damit Formen und Texte möglich sind, sei auch er hier aufgeführt.






Fragment einer

Taufe



Dreimalige Besprengung mit Wasser, dem Salz und Holzasche zugesetzt wurde,
und Zeichen des Rosenkreuzes (Sonnenkreuz) an Stirn und Brust.


Ex Deo nascimur,
In Christo morimur,
Per spiritum Sanctum reviviscimus.

In sale sapientiae aeternae
et in aqua regenerationis
et in cinere germinante terram novam
omnia fiant
per Elohim
Gabriel, Raphael et Uriel
in saecula et aeonas.

Amen.


Deines Denkens Licht,
Es beginnt zu leuchten
Auf deinem Lebensweg.
Ich will es sinnend lenken
In deinen Geistesstrom.

Deines Fühlens Wärme,
Sie beginnt zu strömen
Auf deinem Lebensgrunde.
Ich will sie sinnend lenken
In deinem Seelenweben.

Deines Willens Kraft,
Sie beginnt zu wirken
In deinen Lebensgliedern.
Ich will sie sinnend lenken
In dein ganzes Menschenwesen.




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Eine Übersetzung des lateinischen Textes

Aus Gott sind wir geboren.
( Aus dem Göttlichen weset die Menschheit. )
In Christus sterben wir.
( In dem Christus wird Leben der Tod. )
Im Heiligen Geiste auferstehen wir.
( In des Geistes Weltgedanken erwachet die Seele. )
( R.Steiner, siehe auch Grundsteinspruch )

Im Salz (der) ewigen Weisheit
( Von ewiger Weisheit erfülltes / durchzogenes Salz )
Und im Wasser der (Neu-/)Wiederbelebung
( Im wieder neu belebten Wasser )
Und in der Asche, die die neue Erde sprießen lässt,
Geschieht alles,
Durch die Erzengel Gabriel, Raphael und Uriel,
In Ewigkeit und Zeitenläufe.
Amen
( AUM )
( VDL )



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Original Rudolf Steiner, im August 1920 an Johannes Geyer, Stuttgart.
Siehe Text u.a. auch:
«Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe» Heft Nr.110, Ostern 1993, S.15.












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Fragen an eine freie christliche Kinder-Taufe

Im Wahrnehmungsprozess des Sakramentes, im Gespräch zwischen Eltern, Paten, Zelebranten, ergeben sich oftmals individuelle Fragen, Bedürfnisse, Gestaltungsvorschläge ...
Zwei Gesichtspunkte spielen dabei eine wesentliche Rolle:

1. Gemeinde oder Gemeinschaft ? : Für eine kirchenunabhängige, freie christliche Taufe sind «die anderen Lebensumstände» zu berücksichtigen: Der Täufling wird hier nicht (wie jedoch in der Kirche «Die Christengemeinschaft») in eine spezielle Religionsgemeinschaft / Kirche / Gemeinde hineingestellt, sondern ins Allgemein-Menschheitliche, in die universale Christus-Gemeinschaft.
(Steiner, 19.6.1924, GA 300, Bd.3, S.179)

Im Text könnte dementsprechend
« Gemeinde » durch « Gemeinschaft » ersetzt werden.

Die entsprechenden Stellen sind hier im Text mit * / ** gekennzeichnet und in den Fußnoten hinzugefügt.

Rudolf Steiner gab diesen Text mit diesem Gemeinde-Begriff dem allgemein-priesterlich, frei christlich handelnden Ruhtenberg als es noch keine CG gab, Ruhtenberg besaß aber keine eigene "Gemeinde". Rudolf Steiner benutzte diesen Begriff also ganz unspezifisch, allgemein! Heute hingegen wird darunter doch die «kirchliche Orts-Gemeinde» verstanden. Der Ersetzungsvorschlag beugt Missverständnissen vor und ist vor allem aktuell eindeutig und wahr.

2. Christen-Gemeinschaft : Ein weltweiter Konsens - fast - aller Christen und Kirchen betrifft die Aufnahme in die Gemeinschaft der Christen durch die Taufe und zwar durch die Wassertaufe, vor allem aber durch die biblische Taufformel mit Christi Taufauftrag und -worten (Matt. 28,19). Insbesondere weil diese Worte in der Taufe, wie sie Rudolf Steiner formulierte und die «Christengemeinschaft» praktiziert, fehlen, wird diese bis heute und damit das Christ-Sein des Täuflings durch die (kirchlich organisierte) Christenheit nicht anerkannt. (Damals war ein ökumenisches Bewusstsein noch nicht ausgebildet und gefordert, heute ist es unabdingbar.) (Entscheidung der EKD vom 31.5.1949, bestätigt 1969, und der Kath. Kirche: 9.3.1991, Acta Apostolicae Sedis, 1991.)

Das Problem dabei heute ist nicht, dass die Anrufung der Trinität in dieser Taufe nicht gesehen wird, sondern die Abweisung des Minimalkonsenses der Christenheit durch «Die Christengemeinschaft»: des wortwörtlich vollzogenen, biblischen Taufbefehls. Es ist vor allem ein soziales Problem... Die Nichtanerkennung verbaut dem Täufling die evtl. spätere Teilnahme an einem kirchlichen Leben, bzw. zwingt ihn zur Wiederholung der Taufe. (Wer weiß, was der Täufling in 30 Jahren vorhat: Mitgliedschaft, Patenschaft, Trauzeugenschaft, kirchliche Heirat, kirchlicher Arbeitsplatz, etc. Die Taufe würde dann in allgemein anerkannter Weise wiederholt werden müssen.)

Diese Position der «Christengemeinschaft» tangiert aber nicht den freien Christen. Wer die Zukunft des Täuflings offen halten und ihm eine Ausgrenzung ersparen, vor allem aber ihn in die direkte und überkonfessionelle Gemeinschaft des Christus selbst stellen will, sollte der biblischen Forderung Jesu Christi entsprechen: durch die Gewissensnot, die christliche Taufe zwar empfangen, aber keine spezielle Kirche in Anspruch nehmen zu wollen oder zu können, und unter Verwendung der biblischen Taufformel und des Wassers würde die Anerkennung dieser Taufe (zumindest als gültige «Not-Taufe») durch die weltweite Christenheit als «Christ» gegeben sein.
Offen bleibt lediglich die Mitgliedschaft in einer bestimmten Kirche, das aber ist ja mit einer "freien" Taufe gewollt.
( «Erklärung der Bischofskonferenz der VELKD zur Lehre vom Sakrament der heiligen Taufe vom 25.07.1950» :

«Jede Taufe mit Wasser unter Anrufung des dreieinigen Gottes wird als christliche anerkannt.»
[ABl. 1951 A 21]

«Alle christlichen Kirchen anerkennen auch jede anderswo vollzogene Taufe, sofern sie unter Verwendung von Wasser auf den Namen des dreieinigen Gottes vollzogen wurde ..»
[ABl. 1960 A 19]; dies entspricht einem Beschluss der Kirchenleitung der VELKD vom 04.11.1959 [ABl. VELKD Bd. I S.178] [Immer noch gültig. VDL] )

Hier im Tauftext ist diese ökumenische Möglichkeit formuliert (siehe A. oder B.).

Wir raten sehr dazu, sich damit in den allgemein-menschheitlichen Christus-Willen,
in die ganze Christen-Gemeinschaft zu stellen und nicht nur in den rechtlichen, bzw. spirituellen Strom einer speziellen Konfession oder gar "Sondergemeinschaft"...


Wasser & Taufe : Mit der Wassertaufe wird dem Täufling Wasser übergegossen (bzw. wird er unter- oder eingetaucht). Da der Wasserakt im Ritual schon enthalten ist, muss er grundsätzlich nicht noch einmal vollzogen werden.
Prinzipiell kommt es nicht auf die Quantität des Wassers an, auch nicht darauf, was an speziellen, kultischen Elementen außerdem vorhanden ist; hier haben sich in jeder Kirche, abweichend von den Formen und Texten der Taufe des Urchristentums, unterschiedlichste Liturgien entwickelt. Daher ändert sich durch die Hinzunahme weiterer Substanzen - Salz und Asche - nicht das Motiv, Prinzip, die Funktion und Wirksamkeit der Taufe. Allerdings bestehen manche Kirchen - s.u.! (so auch die katholische) - auf ein echtes und dreimaliges Übergießen des Wassers, eine Benetzung reiche nicht aus... :
( «Einschärfung der Agende III, wonach die Taufe durch Begießen mit Wasser zu vollziehen ist, und nicht etwa nur mit benetztem Finger - damit die Katholische Kirche aufhöre, Taufen in der EvLKS in Zweifel zu ziehen und bei Übertretenden eine Konditionaltaufe durchzuführen»
VO über Konditionaltaufen, vom 01.07.1966 [ABl. 1966 A 42], EvLKS

«Bezüglich der Glaubensgruppe 'Christengemeinschaft' hatte der Rat der EKD empfohlen, die in der 'Christengemeinschaft' vollzogene Taufe nicht anzuerkennen: sie erfolgt nämlich laut deren Agende nur mittels wasserbenetzter Hand, also nicht durch Begießen, und die trinitarische Formel wird nicht schlicht verwendet, sondern unter Beimischung erläuternder Worte.»
VO über das Verhältnis der Landeskirche zur "Christengemeinschaft" [ABl. 1949 A 24], EvLKS ;

«Es ist mit großer Wahrscheinlichkeit zu vermuten, dass Taufen, die gemäß der Agende der 'Christengemeinschaft' durchgeführt wurden, der Stiftung Christi widersprechen. Also muss an Übertretenden die Taufe (nochmals) nach normalem Ritus vollzogen werden.»
Vgl. Stellungnahme des Theologischen Ausschusses der VELKD vom 20.-22.03.1957
)



Taufzeugnis : Über die Taufe - mit Wasser und Taufformel - kann und sollte den Eltern (für den Täufling zur evtl. späteren Verwendung) eine Urkunde ausgestellt, bzw. ein Eintrag ins Familienstammbuch vorgenommen werden, worin eine gültige Taufe zum Christen bescheinigt wird.
(Muster bei der FCAG erhältlich.)



P.S.: Ablehnung durch «Die Christengemeinschaft»: Im Gegensatz zur weltweiten Christenheit erkennt «Die Christengemeinschaft» (auch wenn einzelne Priester dies individuell anders handhaben) die «freie christliche» Taufe (trotz fast gleichem Ritual und Text) nicht an und verlangt eine erneute Taufe durch deren eigene Priester, wenn der frei christlich Getaufte z.B. in der CG konfirmiert werden möchte (Stand 6/2004) - angeblich weil sie nicht von (der CG) "Geweihten" und damit "ungültig" vollzogen sei; andererseits aber wird u.a. die evangelische Taufe anerkannt, die auch von "Nichtgeweihten" gespendet wird... Inoffiziell wird zugegeben, dass es tatsächlich um die Monopolansprüche an den von Rudolf Steiner gegebenen Sakramentstexten geht. Siehe die Behandlung der Problematik im Info-Buch «Freie Sakramente heute?».



Literaturempfehlung zum vertieften, anthroposophischen Verständis der Trinität :
Alfred Schütze, «Vom Wesen der Trinität», Verlag Urachhaus, ISBN 3-87838-128-x





Zur Not-Taufe

Immer wenn eine besondere Not besteht - und das muss nicht unbedingt eine physische (Lebensgefahr) sein, es "gilt" auch die psychische, "innere" Not, der Gewissenskonflikt der Eltern/Taufgemeinschaft keine der traditionellen Kirchen oder Texte/Liturgien wählen zu können oder zu wollen, warum auch immer - dann kann eine Not-Taufe vollzogen werden, die ggf. später durch eine vollständige ergänzt werden kann. Denn auch die «Not-Taufe» ist eine "gültige" Taufe !
Das gilt für den Säugling (Kinder-Taufe) wie für den Erwachsenen.

Was, welche, wessen Taufliturgie ist denn "gültig" und was nicht ?
Jesus Christus macht in der Bibel keine Vorschriften zum Inhalt und zur Gestaltung des Taufrituals und keine Einschränkungen bezüglich des Spenderkreises, sondern gibt lediglich einen Satz (Matt. 28,18-19) - s.u. - vor.
Auch die traditionellen Priester-Kirchen (wie auch die «Christengemeinschaft») erkennen an, dass die "Not"-Taufe jeder Christ gültig vollziehen kann ! Und ER wird sowieso niemanden verstoßen, nur weil evtl. der Tauftext etc. irgendeiner Religionsgemeinschaft nicht genehm ist...!
Das Er-gibt also auch die Chance, etwas ganz Eigenes zu formulieren, wenn man mit dem kirchlichen (oder auch ggf. mit dem «Ruhtenberg-Text» wie er hier aufgeführt ist) nicht übereinstimmt.
Z.B. kann die Namensgebung und die Patenschaft hinzugenommen werden. Welchen Text nehmen Sie dazu dann? : Den Sie in Ihrem Herzen ER-spüren...!Für den akuten Notfall reicht folgende Handhabung :
« Ich taufe Dich (Vor- & Nachname) im Namen
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. »

Dabei gießen Sie dem Täufling dreimal etwas Wasser über die Stirn.

Sie können das Wasser zuvor weihen, so wie Sie die ganze Liturgie individuell den gegebenen Möglichkeiten und Bedürfnissen anpassen können, ja müssen.

Um die Taufe (wenn das Kind nicht stirbt) später nachweisen und ggf. Entsprechendes ergänzen zu können, ist es praktisch auch über diese Taufe eine "Bescheinigung" auszustellen. (Anfrage eines Musters bei uns.)





Erwachsenen - Taufe ?
Kinder- oder Erwachsenen-Taufe? Was ist die wirkliche Taufe?
Die Taufe hat eine ihrer Wurzeln in den Einweihungen der alten Mysterien.
Das Eintauchen in den christlichen Strom durch das Untertauchen in den Wasserstrom war im Urchristentum nicht nur Bild. Das Bekenntnis zum Christus setzte den individuellen und mündigen Entschluss voraus. Deshalb fand die Taufe damals in der Regel als Erwachsenen-Taufe statt. Das hat sich im Laufe der Zeit aus vielerlei Gründen geändert. Statt der Erwachsenen-Taufe fand sich bald in fast allen Kirchen die Kinder-Taufe, die nun ganz neue Aufgaben erhielt: Statt Bekenntnis und "Dienstantritt" wurde sie vor allem zur Inkarnationshilfe, aber leider und vor allem auch zur Vereinnahmung des Täuflings als Mitglied der Kirche.
Der hier veröffentlichte Text ist ausdrücklich für Neugeborene gedacht!
(Er kann, in umgearbeiteter Form, ggf. auch für eine Erwachsenen-Taufe dienen.)

Ist die Taufe von Kindern also eine "richtige" Taufe?

Eigentlich nicht; sie ist ein Empfangskultus, eine Inkarnationshilfe, natürlich nicht ein pfingstlich bewusstes Ja des Täuflings. Die Taufe braucht wieder eine Ergänzung durch Aufgaben, die ihr ursprünglich mit der Taufe des Erwachsenen gegeben waren. Oder sind diese bereits vorhanden und lediglich in ein anderes Sakrament transformiert?

Fragt man nach, findet man Antworten in dem Sakrament der Weihe.

Der Auftrag Jesu «Gehet hin und machet zu Jüngern .. taufet .. und lehret ...» bedeutet «sakramental» zu handeln, denn die Taufe ist überall ein «Sakrament».
Martin Luther betonte den Zusammenhang von Taufe und Weihe: «Was aus der Tauf krochen ist, das mag sich rühmen, dass es schon Priester, Bischof und Papst geweihet sei.» Die Entscheidung, meinen Schwestern und Brüdern in den Hoch- und Notzeiten des Lebens auch sakramental und auch lehrend zur Verfügung zu stehen, kann aber nur eine sein, die wir als ER-wach-sene treffen können. Das Ritual der Kinder-Taufe (und auch später dann die «Jugendfeier») mit ihrer ganz anderen Funktion kann diese Tätigkeit, das Jünger-Sein nicht fordern. Sie bleibt daher ergänzungsbedürftig. So rechtfertigt sie die dann vollbewusste JCh-Verbindung, den "Dienstantritt" des Erwachsen-Gewordenen. Das «Sakrament der Verbindung» (Steiner) - die Weihe - ist solch ein bewusster Aufwach-, Neu-Verbindungs- und Auftragsannahme-Akt. Hier wird der Täufling zum erwachten, tätigen Jünger und Diener...


Wer diese Schritte - eine angepasste Kindertaufe, bzw. die Weihe als Taufe - als noch nicht getaufter Erwachsener (noch) nicht gehen will, und noch nicht getauft ist, kann mit dem Taufenden das Tauf-Ritual entsprechend den individuellen Bedürfnissen und Notwendigkeiten - siehe Not-Taufe - gestalten.

Wenn man später die «Weihe» vollziehen würde, wäre das eine Ergänzung, eine Vervollständigung der Kindertaufe und keine Wiederholung, sondern eigentlich erst die JCHbewusste und damit wirkliche und urchristliche (ER-wach-senen-)Taufe...

Hier stehen wir vor der Herausforderung eine dementsprechende Form zu bilden.
Wie diese Texte aussehen könnten, muss die handelnde Gemeinschaft mit dem Täufling selbst erarbeiten.
In der Beilage finden Sie dazu erste Erarbeitungen (siehe S. 374 und 378!) .



Die Kinder-Taufe ist Weihnacht,

die Erwachsenen-Taufe = die «Weihe» ist Pfingsten,

ist das Geschenk und der Auftrag des österlich Auferstandenen...




Siehe dazu Kap. «Gehet hin», S.19 und in der Anmerkung «Eintritt in Bekenntnis und Nachfolge», S.206 und ausführlich im Kap. «Mit welcher Weihe?» in unserem (hier beiliegenden) Informationsbuch «frei + christlich - Freie Sakramente heute?»