Irrtümer ...



BAUSTEINE FÜR EINEN SOZIALEN SAKRAMENTALISMUS
Dieter Brüll,
Verlag am Gotheanum, ISBN 3-7235-0777-8 (1995)
(inzwischen vergriffen, Restexemplar ggf. bei uns zu erhalten)
Siehe Literaturhinweise .


Weil dieses Buch so grundsätzlich bedeutend für ein freies christliches Wirken ist
und ich Ihnen dieses sehr an's Herz lege, muss hier ein
Hinweis zu den
BAUSTEINEN FÜR EINEN SOZIALEN SAKRAMENTALISMUS
angebracht werden.

Diese Bausteine sind Pflichtlektüre! Ich wünsche mir, dass jeder kultisch Interessierte diese nicht nur liest.
Allein über eine Stelle wird der Leser stolpern und diese muss heute und gerade von uns erklärt und klargestellt werden, weil sie geeignet ist speziell unser Streben und unsere Arbeit falsch einzuordnen:

Auf Seite 114 geht Dieter Brüll auf - damalige - freie christliche Bestrebungen ein, dass eine

« ... Menschengruppe einen Sakramentalismus ohne Priesterweihe sucht, und zwar durch Benutzung der den Religionslehrern der ersten Waldorfschule von Steiner gegebenen Handlungen, so wie des dem Altkatholischen Pfarrer Hugo Schuster zur Verfügung gestellten Sterbensrituals und der den Pastoren Wilhelm Ruhtenberg und Johannes Geyer gegebenen Tauf- und Trauungsrituale ...
Was sich da abspielt - ich möchte es eher als eine Tragödie als einen Fortschritt bezeichnen... » !!

Hierzu muss klargestellt, dass damit nicht der freie christliche Impuls gemeint ist, der von uns heute vertreten wird !!
Denn an uns m u s s man h e u t e als uninformierter Leser zwangsläufig denken, da gegenwärtig nur wir öffentlich den (gesamten) freien christlichen Impuls Rudolf Steiners vertreten ...

Als Dieter Brüll Anfang der 90er-Jahre sein Buch zusammenstellte und schrieb, war eine kleine Gruppe aktiv, die an die von Rudolf Steiner frei christlich gegebenen Sakramentstexte anknüpfte, aber einen New Age-Hintergrund hatte und diesen auch in die Handlungen einmischte.
Diese und deren Bestreben hat er gemeint, unsere Initiative gab es damals noch gar nicht !!

Da ich Dieter Brüll privat und persönlich kannte (er ist 1998 verstorben) weiß ich dies und bin mir auch sicher, dass er auch heute das hier und von uns vertretene Engagement unterstützen würde
... natürlich als "Zwischenstation", denn sein Ziel war ja die Sakramentalisierung des ganzen sozialen Lebens = der «Soziale Sakramentalismus», während der «freie christliche» Kultus noch zum "liturgischen" Sakramentalismus, zum Altarkultus gehört.

Zudem erklärt Dieter Brüll auch redlich, dass er diesen - freien christlichen - eigentlich nicht kennt: «Dass ich mich erklärend ganz an die Menschenweihehandlung angelehnt habe ... weil mir die anderen Inkorporationen als Sakramente (so gut wie) nicht bekannt sind.» ! (S.95) (...die «Menschenweihehandlung» ist die Messe der Kirche «Die Christengemeinschaft» -VDL)

Weil ihm die freien christlichen Sakramente und deren Berechtigungsgründe nicht genügend bekannt waren, führt er zudem (auch noch an anderen Stellen) Argumente an - z.B. bezüglich der Weihe ( = geweihter Priester für Sakramente nötig, S.114 & S.138, oder dass Ruhtenberg und Geyer «für diese Handlungen geweiht» waren ... Siehe dazu in den Beiträgen «Zur Freiheit des Christen» und «Nur mit Weihe?» die Tatsachen betr. Ruhtenberg und Schuster ) -, die einfach sachlich und historisch falsch sind...

Dennoch schmälern diese (wenn auch wesentlichen) Missgriffe, wenn man sie kennt !, den Wert des Buches nicht, denn seine Aufgabe ist ja die Zusammentragung von Bausteinen für einen allgemeinen = «Sozialen Sakramentalismus». Und hierzu leistet Brüll kultushistorisches!
"Nebenbei" aber unterlaufen Brüll eklatante Irrtümer bezüglich des freien christlichen Impulses, den er, wie seine Leser, in den Details nicht kennt.

Und so entsteht - neben der sachlichen Fehlbeurteilung - für uns ein soziales Problem durch die unvermeidbaren Missverständnisse, die heute auftreten, indem wir mit diesen Aussagen identifiziert werden, da der Leser seitens des Verlages darüber nicht aufgeklärt wird und die tragischerweise auch Dieter Brüll leider nicht mehr richtig stellen konnte, da sich vor seinem Tode eine Neuauflage nicht mehr ergab. ... das ist heute die "Tragödie"...


V. D. Lambertz






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