Hans-Martin Barth: Einander Priester sein


Dass es kein anderes Wort Gottes gibt als das, was allen Christen zu verkündigen aufgetragen ist, dass es keine andere Taufe gibt als die, die jedweder Christ vollziehen kann, dass es kein anderes Gedächtnis des Herrenmahls gibt als das, bei dem jedweder Christ tun kann, was Christus zu tun befohlen hat, dass es keine andere Sünde gibt als die, die jedweder Christ binden bzw. lösen muss, dass es kein anderes Opfer gibt als den Leib eines jedweden Christen, dass niemand beten kann, außer allein ein Christ, dass niemand über die Lehre urteilen darf außer ein Christ.

Martin Luther




«Allgemeines Priestertum» ist ein uneingelöstes Schlagwort reformatorischer Theologie. Für ein neues Konzept enthält es zukunftsträchtiges Potential. Dies zeigt sich bei kritischer Durchsicht der bereits vorliegenden Interpretationen von Martin Luther, Philipp Jakob Spener und Johann Hinrich Wichern, aber auch im Vergleich mit den Aussagen des II. Vatikanums über das «Laienapostolat», mit Ansätzen in den lateinamerikanischen Basisgemeinden sowie mit Impulsen aus der griechischen und russischen Orthodoxie. Christsein heißt: vor Gott und den Menschen für einander einstehen - einander Priester sein.



Einander Priester sein
Allgemeines Priestertum in ökumenischer Perspektive
Hans-Martin Barth
Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 1990, ISBN 3-525-56532-1,
257 Seiten


INHALT

A. DAS PROBLEM: KIRCHE ALS BASISBEWEGUNG ?
1. Allgemeines Priestertum - eine vergessene Einsicht der Reformation
2. Die ökumenische Situation
3. Was bewegt Kirche?
B. MODELLE
I. Das allgemeine Priestertum der Gläubigen nach Martin Luther
1. Die Begründung des allgemeinen Priestertums
2. Die ekklesiologischen Konsequenzen der Lehre vom allgemeinen Priestertum
3. Kritische Rückfragen an Luther
II. «Geistliches Priestertum» nach Philipp Jakob Spener
1. Zur theologischen Begründung des «geistlichen Priestertums»
2. Die Gestalt des «geistlichen Priestertums»
3. Bedeutung von Speners Plädoyer für das «geistliche Priestertum»
III. Johann Hinrich Wicherns Auffassung vom «Beruf der Nichtgeistlichen»
1. Der «Laie» und der «Theolog» im Hamburger Kirchenstreit
2. Innere Mission als «ernstliche Betätigung des allgemeinen Priestertums»
3. Die Berufung der «Nichtgeistlichen»
4. Chancen und Grenzen von Wicherns Ansatz
IV. Das Laienapostolat nach dem Verständnis des II. Vatikanums
und seiner Folgedokumente
1. Die Definiton des «Laien»
2. «Apostolat» der Laien
3. Das Verhältnis von Laienapostolat und hierarchischem Apostolat
4. Gemeinsames Priestertum
5. Die vatikanische und die reformatorische Perspektive
V. Das lateinamerikanische Konzept der «Basisgemeinden»
1. Die Voraussetzung einer Theologie der Basisgemeinde
2. Kritik der Kirche durch die Kirche
3. Vision einer neuen Kirche
4. Ekklesiologie von unten - von oben
5. Befreiungs-Ekklesiologie - Einlösung eines reformatorischen Ansatzes?
VI. Das gemeinsame königliche Priestertum nach orthodoxem Verständnis
1. Ekklesiologische Voraussetzungen
2. Das Verhältnis von Klerus und Laienvolk
3. Das gemeinsame Priestertum
4. Offene Fragen
C. ENTWURF EINER THEORIE DES ALLGEMEINEN, GEGENSEITIGEN UND
GEMEINSAMEN PRIESTERTUMS
1. Die Begründung des allgemeinen, gegenseitigen und gemeinsamen Priestertums der Glaubenden
2. Funktionen des allgemeinen Priestertums
3. Strukturen des allgemeinen Priestertums
4. Amt und allgemeines Priestertum
5. Das allgemeine, gegenseitige und gemeinsame Priestertum und die Gemeinschaft der Heiligen

(Das Inhaltsverzeichnis ist nicht in allen Details aufgeführt.)








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