CHRISTEN - GEMEINSCHAFT !


Einen neuen Auftrag gebe JCh euch:
Liebet einander !
Wie ich euch geliebt habe, so sollt ihr einander lieben.
Daran sollen euch alle als meine Jünger erkennen,
dass ihr euch untereinander liebet.

Joh. 13,34




«Wir müssen uns klar darüber sein, dass der Mensch sich immer mehr individualisiert und dass er immer mehr und mehr in der Zukunft den Zusammenschluss mit anderen Menschen freiwillig finden muss. Früher bestand der Zusammenhang durch Blutsverwandtschaft, durch Stämme und Rassen. Aber dieser Zusammenschluss geht mehr und mehr zu Ende. Alles im Menschen geht immer mehr darauf hinaus, ein individueller Mensch zu werden. Nun ist nur ein umgekehrter Weg möglich. Denken Sie sich eine Anzahl von Menschen auf der Erde, die sich sagen: Wir gehen unsere eigenen Wege, wir wollen in unserem Innern selbst Richtung und Ziel des Weges finden, wir sind alle auf dem Wege, immer mehr individuelle Menschen zu werden. - Da liegt die Gefahr der Zersplitterung vor. Jetzt halten die Menschen auch schon geistige Zusammenschlüsse nicht mehr aus. Heute gehen wir so weit, dass jeder seine eigene Religion hat und seine eigene Meinung als höchstes Ideal hinstellt. Aber wenn die Menschen die Ideale verinnerlichen, so führt das zur Einigung, zu gemeinsamer Meinung. Wir erkennen innerlich zum Beispiel, dass 3 mal 3 = 9 ist, oder dass drei Winkel in einem Dreieck 180 Grad sind. Das ist eine innerliche Erkenntnis. Über innerliche Erkenntnisse braucht man nicht abzustimmen, über innerliche Erkenntnisse entstehen keine Meinungsunterschiede, die führen zur Einigung. Solcher Art sind alle geistigen Wahrheiten. Was die Geisteswissenschaft (Anthroposophie) lehrt, das findet der Mensch durch seine innerlichen Kräfte. Diese führen ihn zu einer absoluten Einigkeit, zu Friede und Harmonie. Es gibt nicht zwei Meinungen über eine Wahrheit, ohne dass eine davon falsch ist. Das Ideal ist größtmögliche Verinnerlichung; sie führt zur Einigung, zum Frieden.
Erst war eine Menschengruppenseele da. Dann wurde die Menschheit in der Vergangenheit entlassen aus der Gruppenseele. Aber in der Zukunft der Entwickelung müssen sich die Menschen ein sicheres Ziel setzen, dem sie zustreben. Wenn sich Menschen vereinigen in einer höheren Weisheit, dann steigt aus höheren Welten wieder eine Gruppenseele herab - wenn aus den gebundenen natürlichen Gemeinschaften freie Gemeinschaften entstehen. Was gewollt ist von den Leitern der geisteswissenschaftlichen (anthroposophischen) Bewegung, das ist, dass wir in ihr eine Gesellschaft finden, in welcher die Herzen der Weisheit zuströmen, wie die Pflanzen dem Sonnenlichte zuströmen. Wo die gemeinschaftliche Wahrheit die verschiedenen Iche verbindet, da geben wir der höheren Gruppenseele Gelegenheit zum Herabstieg. Indem wir unsere Herzen gemeinsam einer höheren Weisheit zuwenden, betten wir die Gruppenseele ein. Wir bilden gewissermaßen das Bett, die Umgebung, in der sich die Gruppenseele verkörpern kann. Die Menschen werden das Erdenleben bereichern, indem sie etwas entwickeln, was aus höheren Welten geistige Wesenheiten herniedersteigen lässt. Das ist das Ziel der geisteswissenschaftlichen (anthroposophischen) Bewegung.
Das ist in großartiger, gewaltiger Form einmal vor die Menschheit hingestellt worden, um zu zeigen, dass der Mensch ohne dieses geistlebendige Ideal in ein anderes Verhältnis übergehen würde: es ist ein Wahrzeichen, das den Menschen mit überwältigender Kraft zeigen kann, wie die Menschheit den Weg finden kann, um im seelischen Zusammenschluss dem gemeinsamen Geist eine Verkörperungsstätte zu bieten. Dieses Wahrzeichen ist uns hingestellt in der Pfingstgemeinde, als gemeinsame Empfindung inbrünstiger Liebe und Hingabe eine Anzahl Menschen durchglühten, die sich zu gemeinsamer Tat versammelt hatten. Da ist eine Anzahl von Menschen, deren Seelen noch nachbeben von dem erschütternden Ereignis, so dass in allen das Gleiche lebte. In dem Zusammenströmen dieses einen, gleichen Gefühles lieferten sie das, worin sich ein Höheres, eine gemeinsame Seele verkörpern konnte. Das wird ausgedrückt mit jenen Worten, die besagen, dass der Heilige Geist , die Gruppenseele, sich herniederließ und sich zerteilt wie feurige Zungen. Das ist das große Symbolum für die Menschheit der Zukunft.
Hätte der Mensch diesen Anschluss nicht gefunden, so würde der Mensch in ein Elementarwesen übergehen. Nun soll die Menschheit suchen eine Stätte für die sich herabneigenden Wesen aus höheren Welten. In dem Osterereignisse wurde dem Menschen die Kraft gegeben, solche mächtige Vorstellungen in sich aufzunehmen und einem Geiste zuzustreben. Das Pfingstfest ist die Frucht der Entfaltung dieser Kraft.
Immerdar soll durch das Zusammenströmen der Seelen zu der gemeinsamen Weisheit sich das vollziehen, was eine lebendige Beziehung herstellt zu den Kräften und Wesenheiten höherer Welten und zu etwas, was jetzt noch so wenig Bedeutung hat für die Menschheit wie das Pfingstfest. Durch die Geisteswissenschaft (Anthroposophie) wird es dem Menschen wieder etwas werden. Wenn die Menschen wissen werden, was die Herabkunft des heiligen Geistes in der Zukunft für die Menschen bedeuten wird, dann wird das Pfingstfest wieder lebendig werden. Es wird dann nicht nur eine Erinnerung sein an jenes Ereignis in Jerusalem, sondern es wird eintreten für die Menschen jenes immer dauernde Pfingstfest des seelischen Zusammenstrebens. Es wird ein Symbolum werden für die dereinstige große Pfingstgemeinde, wenn die Menschheit sich in einer gemeinsamen Wahrheit zusammenfinden wird, um höheren Wesenheiten die Möglichkeit zur Verkörperung zu geben. Von den Menschen selbst wird es abhängen, wie wertvoll dadurch die Erde für die Zukunft werden wird und wie wirkungsvoll solche Ideale für die Menschheit sein können. Wenn die Menschheit in dieser rechten Weise zu der Weisheit hinstrebt, dann werden höhere Geister sich mit den Menschen verbinden.»
(Rudolf Steiner, 7.6.1908, Köln, Auszug aus dem Vortrag «Das Pfingstfest des seelischen Zusammenstrebens und des Arbeitens an der Vergeistigung der Welt»)


«Der Mensch kann seine Erkenntnis als Einzelner pflegen, wenn er sie erst durch die Gemeinschaft erhalten hat. Aber jenes unmittelbare, nicht so sehr denkerische als empfindungsgemäße Erleben der geistigen Welt, das als Religiöses bezeichnet werden kann, das Erleben der geistigen Welt als einer göttlichen, das kann nur sich ausleben im Gemeinschaftsbilden. Und so, sagte ich, muss eine Gesundung des religiösen Lebens durch eine gesunde Gemeinschaftsbildung entstehen.»
(Rudolf Steiner, GA 257/9, S.167)

«So muss seelische Harmonie sich entwickeln, die durch die Sache selbst gefordert wird: wenn jeder Mensch für sich handelt, so entstehen Disharmonien. Wenn auf unserem Gebiet die einzelnen Menschen, die aus diesem oder jenem heraus wirken, nicht zusammengehen, sich nicht zusammenfinden, so entsteht gar nicht Anthroposophie innerhalb der Menschheit. Anthroposophie erfordert als Sache wirklich menschliche Brüderlichkeit bis in die tiefsten Tiefen der Seele hinein. Sonst kann man sagen: ein Gebot ist die Wirklichkeit. Bei Anthroposophie muss man sagen: sie wächst nur auf dem Boden der Brüderlichkeit; sie kann gar nicht anders erwachsen als in der Brüderlichkeit, die aus der Sache kommt, wo der Einzelne dem anderen das gibt, was er hat und was er kann.»
(Rudolf Steiner, 11.6.1922, Wien.)

«Unser Zeitalter ist daran, die Magie der Gemeinschaft zu entdecken... Und es ist in der Tat jede wirkliche Gemeinschaftsbildung eine Art Geisterbeschwörung, weil dadurch eine Kraft entsteht, die größer ist als die Summe der Kräfte, die die Einzelnen besitzen ...
Das Christus-Wort: 'Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen' erleuchtet und erfüllt, gerade wenn man es im Blick auf die 'Wiederkunft Christi' versteht, eine wichtigste Gegenwartstendenz.
Dieses Wort enthüllt ja die höhere Vollmacht der Gemeinschaft gegenüber den Möglichkeiten, die der Einzelne besitzt. Dabei dringt es allerdings, indem es die niedrigen Zahlen 'zwei oder drei' nennt, mit stiller Energie auf die Echtheit und Substanz, die nie durch die großen Zahlen propagandistischer Statistik zu ersetzen ist.»
(Emil Bock, «Michaelisches Zeitalter»)

«'Wo zwei oder drei in meinem Namen vereinigt sind, da bin ich mitten unter ihnen.' Es ist nicht der eine und der andere und der Dritte, sondern etwas ganz Neues, was durch die Vereinigung entsteht. ... So sind die menschlichen Vereinigungen die geheimnisvollen Stätten, in welche sich höhere geistige Wesenheiten herniedersenken, um durch die einzelnen Menschen zu wirken, wie die Seele durch die Glieder des Körpers wirkt. ... und ich wiederhole noch einmal, es ist das nicht bloß bildlich gesprochen, sondern als volle Wirklichkeit zu nehmen. Zauberer sind die Menschen, die in der Bruderschaft zusammen wirken, weil sie höhere Wesen in ihren Kreis ziehen. ... Höhere Wesen manifestieren sich da.
Geben wir uns in der Bruderschaft auf, so ist dieses Aufgeben, dieses Aufgehen in der Gesamtheit eine Stählung, eine Kräftigung unserer Organe. ... Das ist das Geheimnis des Fortschritts der zukünftigen Menschheit, aus Gemeinschaften heraus zu wirken.»
(Rudolf Steiner, 23.11.1905, Berlin)

«Dadurch, dass die Menschen freiwillig ihre Gefühle zusammenstrahlen lassen, wird wiederum etwas über den bloß emanzipierten Menschen hinaus gebildet. Der emanzipierte Mensch hat seine individuelle Seele. ... Aber dadurch, dass die Menschen sich in freiwilligen Zusammenhängen zusammenfinden, gruppieren sie sich um Mittelpunkte herum. Die Gefühle, die so zu einem Mittelpunkt zusammenströmen, geben nun wiederum Wesenheiten Veranlassung, wie eine Art von Gruppenseele zu wirken.
Alle früheren Gruppenseelen waren Wesenheiten, die den Menschen unfrei machten. Diese neuen Wesenheiten aber sind vereinbar mit der völligen Freiheit und Individualität der Menschen. Ja, wir dürfen sagen, sie fristen in einer gewissen Beziehung ihr Dasein von der menschlichen Einigkeit; und es wird in den Seelen der Menschen selbst liegen, ob sie möglichst vielen solcher höheren Seelen Gelegenheit geben, hersunterzusteigen zu den Menschen, oder ob sie es nicht tun. ... Je mehr Zusammenhänge gebildet werden, und je mehr da Gemeinschaftsgefühle ausgebildet werden, desto mehr erhabene Wesenheiten werden zu den Menschen heruntersteigen, und desto schneller wird der Erdenplanet vergeistigt werden.»
(Rudolf Steiner, 1.6.1908, Berlin)

«Wahre Gemeinschaftsbildung ist ein Mittel zur Herbeirufung helfender göttlicher Kräfte, sie ist schließlich ein Mittel zur Verwirklichung des neuen Kommens Christi selbst.»
(Emil Bock)

«Wir müssen selbst den Anfang machen. Michael wartet ab. Sobald man aber Mut fasst und etwas anfängt, dann hilft er. Wenn man sozial sein will, muss man also auch den Mut haben, dem Widerstand der Wirklichkeit zu begegnen. Unsere Aufgabe ist es daher, hier eine christliche Infrastruktur aufzubauen. Das ist meine große Sorge, ob das gelingen wird. Es ist unsere Aufgabe als Anthroposophen, diese christliche Infrastruktur zu bilden, damit die Atmosphäre mit einem christlichen Licht durchstrahlt wird. Dann haben wir die Grundlage geschaffen für unsere Zukunft in dem großen Geisteskampf, worin wir stehen.»
( Bernard Lievegoed, «INFO-3», 11/90)

«So dass man wiederum soziale Gruppen hat, aus denen sich jetzt bei vollem Bewusstsein das Urteil bildet, das der Einzelne nicht bilden kann.
Man kann noch so lange über eine Lösung der sozialen Frage nachdenken. Alles Nachdenken ist Unsinn. Sinn hat nur, soziale Gruppen zu bilden, von denen man erwarten kann, dass Partiallösungen der sozialen Frage entstehen, dass die Leute, die zusammen urteilen, etwas bringen, was der Partiallösung der sozialen Frage für irgendeinen Ort und irgendeiner Zeit nahe kommt, so dass es sich hineinstellt in die Menschheit. Das ist dasjenige, was heute besonders notwendig ist und was man so wenig versteht.»
(Rudolf Steiner, 28.8.1922)






Erbarme Dich unseres Strebens,
dass wir vor Dir,
in Liebe und Glauben,
Gerechtigkeit und Demut
Dir folgen mögen,
in Selbstzucht und Treue
und Mut und in Stille
Dir begegnen.
Gib uns
reinen Geist, damit wir Dich sehen,
demütigen Geist, damit wir Dich hören,
liebenden Geist, damit wir Dir dienen,
gläubigen Geist, damit wir Dich leben.
Du, den ich nicht kenne,
dem ich doch zugehöre.
Du, den ich nicht verstehe,
der dennoch
mich weihte
meinem Geschick.
Du –

(Dag Hammarskjöld)








Auf diesen Seiten kann auf die Not-wendigkeit und Wirksamkeit der Gemeinschaftsbildung, einer Trage- und Verantwortungs-Gemeinschaft gerade für ein kultisches Wirken, nur hingewiesen werden.
Der Beitrag
Schale ERbilden wirft einen Blick auf eine Zukunftsform, auf den ursprünglichen Gemeinschafts-Impuls Karl Königs, dem Begründer der anthroposophischen, heilpädagogischen Bewegung «Camphill».
Im TEIL 6 «GEMEINSCHAFT BAUEN» des «Arbeitsmaterials Zur Kultus-Frage» (siehe:
Verzeichnis Arbeitsmaterial ) wird versucht die Frage aufzugreifen.
Fragen dazu auch an die Initiative Arbeits-Gemeinschaft Freier Christen.

Siehe auch
Gemeinschaft - praktisch : Ein konkretes Beispiel für ein freies Miteinander.








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